Mögliche Arten von Gewalt

Es gibt ganz unterschiedliche Straftaten, durch die man einen Schaden erleiden kann. Entsprechend unterschiedlich sind die Schäden bzw. Folgen. Dabei kann es sich um materielle bzw. finanzielle Folgen nach beispielsweise einem Einbruchsdiebstahl handeln, um körperliche Verletzungen, aber auch um schwere psychische Beschwerden.

Sie müssen sich nicht alleine mit einer solchen Situation, in der Sie Opfer geworden sind, auseinandersetzen. Wenden Sie sich an eine Beratungsstelle mit fachkundigen Experten, die Ihnen helfen können damit umzugehen.

Hier finden Sie eine Aufzählung von möglichen Straftaten, wobei diese nicht abschließend ist.

 

Körperliche Gewalt

Opfer von Körperverletzungen kann man in sämtlichen Lebensbereichen werden. Dabei können die Schläge, Tritte oder Verletzungen durch Gegenstände nicht nur gesundheitliche Schäden zur Folge haben, die eine lange körperliche Einschränkung bedeuten oder von denen eine vollständige Genesung nie erfolgen kann. Zudem können sie bei den Opfern auch zu psychischen Beeinträchtigungen führen, da sie Angst vor einer erneuten Opferwerdung haben.

Welche Tatbestände gibt es?

Es gibt verschiedene Schweregrade von Körperverletzungen, entsprechend fallen diese unter unterschiedliche Straftatbestände. Aber auch bestimmte Konstellationen in denen Körperverletzungen stattfinden, werden im Strafgesetzbuch berücksichtigt. So gibt es die

  • Leichte Körperverletzung
  • Einfache Körperverletzung
  • Gefährliche Körperverletzung
  • Schwere Körperverletzung
  • Körperverletzung mit Todesfolge
  • Beteiligung an einer Schlägerei
  • Misshandlung Schutzbefohlener

Wie können Körperverletzungen aussehen?

Körperverletzungen reichen von Handgreiflichkeiten, über Schläge, Kniffe, Tritte hin zu einer handfesten Prügelei oder Verletzungen durch Messer und andere Gegenstände und Waffen. Voraussetzung der Straftat ist eine körperliche Misshandlung oder eine Gesundheitsschädigung.
Dabei kann körperliche Gewalt in sehr unterschiedlichen Situationen auftreten. So gibt es z.B. Gewalt in Beziehungen gegen die Partnerin oder den Partner, wenn ein Streit eskaliert oder aus anderen Gründen (vgl. Häusliche Gewalt). Aber auch Kinder können von Gewalt betroffen sein, aus Wut, Frust oder – zu Unrecht – aus Gründen der Erziehung. Ebenso können ältere Mitmenschen in einem Pflegeverhältnis geschlagen oder anderweitig verletzt werden, da sie sich nicht wehren können.

Viele Körperverletzungen geschehen jedoch auch, ohne dass die Personen eine längere Beziehung zueinander haben, bspw. abends in der Bar, wenn eine Streitigkeit in einer Schlägerei endet.

Wer kann Opfer von Köperverletzungen werden?

Obwohl in der Gesellschaft aufgrund von verfälschender Berichterstattung und Vorurteilen nicht selten die Annahme zu finden ist, dass Frauen häufiger Opfer von (männlicher) Gewalt sind als Männer, entspricht das nicht den Tatsachen. Nach der Polizeilichen Kriminalstatistik, also der Statistik zu den Straftaten, die durch die Polizei registriert werden, sind zwei Drittel der Opfer von Körperverletzungen männlich. Aufgrund der körperlichen Ungleichheit werden Gewalttaten von Männern gegen Frauen mehr beachtet, es wird mehr darüber berichtet und bleibt besser im Gedächtnis. Aber sicher haben viele bereits selbst Situationen erlebt oder beobachtet, in denen es zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Jungen oder Männern gekommen ist. Dabei kann es sich um eine Schlägerei in der Schule, oder eine Prügelei vor der Kneipe handeln. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass es sich bei den genannten Zahlen nur um die angezeigten Taten handelt. Das heißt die Zahl der tatsächlichen Körperverletzungen ist deutlich größer.
Erwähnenswert ist, dass fast jeder Fünfte, der durch die Handlungen anderer körperlich verletzt wird im Alter zwischen 14 bis 21 Jahre ist.

Weitere Informationen über Formen von Körperverletzung, deren strafrechtiche Einordnung sowie weitere Details unter www.koerperverletzung.com

Nichts zu tun ist keine Lösung!

Bei gravierenden Verletzungen können die Opfer sehr verunsichert und in ihrer weiteren Lebensführung eingeschränkt sein. Zudem können eventuelle Belastungen durch ein Strafverfahren auf die Opfer zukommen, bei welchen sie vor der Polizei und vor Gericht von den Vorfällen berichten müssen. Auf dem Portal odabs.org finden Opfer körperlicher Gewalt schnell eine Beratungsstelle in ihrer Nähe.

Sexuelle Gewalt

Unter sexueller Gewalt ist jede sexuelle Handlung zu verstehen, die gegen den Willen einer Frau, eines Mannes oder eines Kindes geschieht. Dazu zählt somit u.a. das unerlaubte Anfassen & Befummeln bis hin zum erzwungenen Geschlechtsverkehr, aber auch sexuelle Handlungen an anderen unfreiwillig durchführen zu müssen ist strafbar. Dies gilt auch dann, wenn die Opfer dem Anfassen, Geschlechtsverkehr, etc. wegen sprachlicher, geistiger, seelischer oder körperlicher Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen können. In einigen Fällen nutzen die Täter oder Täterinnen dabei ihre Autoritäts- und Machtposition zur Durchführung der Vergewaltigung, des Übergriffs, der Misshandlung oder der sexuellen Nötigung.

Welche Tatbestände fallen unter sexuelle Gewalt?

Im Strafgesetzbuch werden solche Taten durch verschiedene Paragraphen abgedeckt und umfassen eine große Bandbreite von Handlungen. Unter sexuellen Missbrauch (§§ 174, 174a, 174b, 174c, 176, 176a und 176b StGB) fallen sexuelle Handlungen – bspw. das nicht einvernehmliche Anfassen der Brust, des Genitalbereichs oder anderer Stellen des Körpers – an Kindern bzw. Jugendlichen oder Menschen, die widerstandsunfähig sind, bzw. in einem besonderen Verhältnis zu den Tätern oder Täterinnen stehen (z. B. Gefangene, Behinderte, Kranke). § 177 StGB bestraft den sexuellen Übergriff, die sexuelle Nötigung oder die Vergewaltigung. Hier werden alle sexuellen Handlungen verboten, die gegen den erkennbaren Willen der betroffenen Person erfolgen. Als besonders schwere Fälle sexueller Gewalt zählt der Gesetzgeber Vergewaltigungen aller Art: vaginal, anal, oral, als Gruppenvergewaltigung, also neben erzwungenem oder erpresstem Beischlaf alle Handlungen, die mit dem Eindringen in den Körper des Opfers verbunden sind. Eine Straftat kann aber auch dann vorliegen, wenn das Opfer sich mittels Erpressung für pornografische Darstellungen hingegeben muss oder das Opfer gegen seinen Willen pornografischen Darstellungen ausgesetzt wird.

Wer kann Opfer von sexueller Gewalt werden?

Es sind längst nicht nur Mädchen oder Frauen, die von Missbrauch und Vergewaltigung betroffen sein können. Ebenso können Jungen und Männer Opfer werden. Viele Betroffenen schämen sich aufgrund der Erlebnisse Hilfe und Unterstützung einzufordern. Dabei liegt keinerlei Schuld bei den Opfern solcher Taten. Die Möglichkeit über das Geschehene zu reden und professionelle Unterstützung zu bekommen, kann dabei helfen zurück ins Leben zu finden.

Nichts zu tun ist keine Lösung!

Wer stillsteht und die Übergriffe sowie Misshandlungen über sich ergehen lässt und dabei hofft, dass alles besser wird, gibt sich zumeist einer Illusion hin. Vielmehr laufen diejenigen, die Erfahrungen mit sexueller Gewalt als Geheimnis für sich verwahren, Gefahr, ernsthaft zu erkranken. Oft sind Angstzustände und Depressionen, die sogar in Suizidgedanken münden können, die Folge. Sexuelle Gewalt ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine – in vielen Fällen schwere –Straftat. Wem sexuelle Gewalt widerfahren ist, der muss jedoch nicht allein auf sich gestellt bleiben. Beratungsstellen bieten wertvolle Hilfe und Unterstützung an und haben bereits vielen Opfern geholfen.

Mit professioneller Unterstützung und Beistand zurück ins Leben!

Professionelle Beratungsstellen sind mit viel Fingerspitzengefühl und Empathie für Frauen, Männer und Kinder da. Den fachkundigen Experten können Sie Ihr Geheimnis anvertrauen, wie das viele Menschen vor Ihnen bereits getan haben. Sie wissen auf was es ankommt und wie Ihnen am besten geholfen werden kann. Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie unter odabs.org.

Seelische Gewalt

Die seelische oder psychische Gewalt ist eine sehr subtile Form der Gewalt. Sie hat viele unterschiedliche Erscheinungsformen und ist nicht immer einfach zu erkennen. Für Außenstehende ist sie kaum wahrnehmbar bzw. erkennbar. In einigen Fällen ist seelische Gewalt eine Vorstufe von körperlicher Gewalt.

Welche Tatbestände fallen unter seelische Gewalt?

Gemäß einer Definition sind unter seelischer Misshandlung Äußerungen, Handlungen sowie Haltungen zu verstehen, die einen Mitmenschen beleidigen, herabsetzen, überfordern und ihm das Gefühl von eigener Wertlosigkeit vermitteln.

Eine strafrechtliche Verfolgung von seelischer Gewalt gestaltet sich jedoch schwierig. Eine Körperverletzung ist nach dem Strafgesetzbuch eine Gesundheitsschädigung durch eine andere Person. Obwohl psychische Gewalt ebenfalls eine Gesundheitsschädigung – der psychischen Gesundheit – darstellt, fällt diese nicht hierunter. Allerdings verweist § 225 StGB auf seelische Gewalt im Zusammenhang mit der Misshandlung Schutzbefohlener: Erleiden Schutzbefohlene aufgrund von Misshandlung Folgen, die ihre seelische Entwicklung schädigen, ist dies strafrechtlich verfolgbar. Zudem wurde 2007 der § 238 StGB eingeführt, der Nachstellung unter Strafe stellt. Hierzu zählen mehrfaches Bedrohen, Verfolgen oder ähnliche Handlungen. Hierzu mehr unter Stalking.

Wie kann seelische Gewalt aussehen?

Das Opfer wird herabgesetzt, beleidigt, gedemütigt, terrorisiert und bedroht. In der Regel geht es darum, Kontrolle, Dominanz und Macht zu demonstrieren. Die Folgen für die Betroffenen sind Angst und Einschüchterung. Zudem versucht der Peiniger nicht selten das Opfer von der Außenwelt zu isolieren und in diesem das Gefühl aufkommen zu lassen, verlassen und einsam zu sein. Seelische Gewalt geschieht über Handlungen, Worte und Blicke. Die Täter oder Täterinnen können sehr subtil vorgehen. Daher wird diese Form der Gewalt sowohl von den Betroffenen selbst als auch von ihrem Umfeld zunächst nicht als solche wahrgenommen.

Eine wesentliche Eigenschaft der psychischen Gewalt liegt darin, dass die Verletzungen der Betroffenen nicht sichtbar sind. Dies unterscheidet die seelische Gewalt von der körperlichen Gewalt. Denn als Folge körperlicher Gewalt bleiben sichtbare Spuren. Diese Spuren und Verletzungen – durch Schläge, Tritte oder andere Angriffe – können im Anschluss an die Tat von Ärzten festgestellt und dokumentiert werden und sind so sichtbarer Beweis für die zugefügte Gewalt. Die häufigsten Ausübungsformen seelischer Gewalt sind Beschimpfungen, Beleidigungen, Erpressungen, Bedrohungen oder Anschreien. Genauso zählen Demütigungen, Stalking und Mobbing zu den Formen seelischer Gewalt. Die Folgen hiervon können nicht von außen wahrgenommen und dokumentiert werden, wenn der oder die Betroffene nicht selbst darüber spricht. Neben den aktiven Formen von psychischer Gewalt kann sie auch durch Unterlassen geschehen. So wird das Opfer beispielsweise über einen längeren Zeitraum gemieden, ignoriert und mit andauerndem Schweigen ‚gestraft‘. Auch ständiges und offensichtliches Fremdgehen kann eine Form der psychischen Gewalt darstellen, ebenso das öffentliche Verbreitungen von Lügen und Beleidigungen vor Dritten. Oft äußert sich die seelische Gewalt aber auch in einem Kleinhalten und Unterdrücken durch die Partnerin oder den Partner bis hin zum kompletten Abschotten von der Umwelt.

Wer kann Opfer seelischer Gewalt werden?

Sehr häufig tritt seelische Gewalt in Paarbeziehungen und im familiären Kontext auf. Dies kann sowohl Frauen als auch Männer und Kinder treffen. Gerade für Männer kann es schwer sein, sich einzugestehen, Opfer psychischer Gewalt zu sein, darüber zu sprechen und sich Hilfe zu holen. Dabei ist davon auszugehen, dass Männer nicht wesentlich seltener davon betroffen sind. Es gibt spezielle Beratungsstellen, die mit betroffenen Männern zusammenarbeiten und Opferhilfe anbieten.

Eine besonders folgenschwere Form seelischer Gewalt richtet sich gegen Kinder und Schutzbefohlene. Diese können dadurch in ihrer seelischen Entwicklung stark beeinträchtigt werden. Dabei wird psychische Gewalt an Kindern teilweise auch unbewusst und unbeabsichtigt, ausgeführt. Oft werden die möglichen Folgen nicht erkannt. Zu den Tätern und Täterinnen von seelischer Gewalt an Kindern können andere Kinder bspw. Mitschüler gehören, die das Kind mobben oder stetig ärgern. Aber auch andere Bezugspersonen, wie Lehrerinnen und Lehrer oder Erzieherinnen und Erzieher, die durch Äußerungen und Handlungen dem Kind vermitteln minderwertig zu sein. Genauso können Eltern psychische Gewalt ausüben, bspw. durch Liebesentzug, Drohen und Erpressung.

Beistand und Hilfe für Betroffene

Tatenlos zuzusehen und Erniedrigungen und Bedrohungen über sich ergehen lassen, ist keine Lösung. Über kurz oder lang gehen mit dieser Gegebenheit ernsthafte gesundheitliche Beschwerden einher. Die Situation ist bei entsprechendem Beistand und Hilfe keineswegs aussichtslos. Viele Einrichtungen sind auf die professionelle Unterstützung von Gewaltopfern – auch bei seelischer Gewalt – spezialisiert. Auf odabs.org finden Sie schnell und unkompliziert Beratungsstellen in Ihrer Nähe - ganz anonym. Die Unterstützung in den Beratungsstellen kann Betroffenen von seelischer Gewalt zurück ins Leben verhelfen und Auswege aufzeigen.

Häusliche Gewalt

Die Bezeichnung "häusliche Gewalt" ist sehr breit gefächert und bezieht sich generell auf verschiedene Formen von Gewaltanwendung. Fachkreise einigten sich auf diesen Terminus, da er insbesondere dem Aspekt Rechnung trägt, dass die Verletzungen, Beschimpfungen, Drohungen und die Schläge im trauten Heim und somit dem Ort von Sicherheit und Geborgenheit erfolgen. Hierbei richten sich die Angriffe auf Leib und Leben grundsätzlich gegen die eigene Partnerin oder den eigenen Partner oder die Kinder.

Welche Tatbestände fallen unter häusliche Gewalt?

Gewissermaßen wird der Ausdruck häusliche Gewalt als Oberbegriff für eine Vielzahl von Straftatbeständen genutzt, welche innerhalb von partnerschaftlichen, ehelichen oder familiären Gemeinschaften auftreten. Hierzu zählen:

  • alle Formen der vorsätzlichen Körperverletzung
  • schwere, gefährliche, leichte sowie Körperverletzung mit Todesfolge
  • sexuell motivierte Straftaten wie sexueller Missbrauch und Vergewaltigung
  • psychische Misshandlung durch Bedrohung und Stalking
  • Tötungsdelikte wie Totschlag und Mord.

Das umfassende Spektrum schließt aber auch die psychische bzw. seelische Gewalt in Ehe und Partnerschaft mit ein. Häusliche Gewalt bezieht sich somit stets auf die Beziehung zwischen Opfer und Täter.

Wer kann Opfer von Häuslicher Gewalt werden?

Jede Person im Haushalt kann innerhalb der eigenen vier Wände Opfer einer Gewaltstraftat werden - Frauen, Männer und Kinder. Mit 100.000 registrierten Fällen in 2015 werden zwar zumeist Frauen Opfer häuslicher Gewalt. Doch dies soll allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass häusliche Gewalt immer häufiger auch Männer bedroht. Solche Fälle gelangen lediglich seltener an die Öffentlichkeit, da das vermeintlich stärkere Geschlecht befürchtet, im Auge der Gesellschaft seinen Ruf zu verlieren. Zwischen die Fronten geraten aber nicht selten auch die Kinder. So belegen die Zahlen in der Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, dass die Anzahl der Delikte gegen Kinder zunimmt. Oftmals leiden die Kinder aber auch indirekt unter der Situation.

Häusliche Gewalt und mögliche Ursachen

Betroffene von häuslicher Gewalt werden sehr oft mit fadenscheinigen Entschuldigen konfrontiert, mit denen die Gewalttäterin bzw. der Täter versucht, das eigene Verhalten zu rechtfertigen - Stress im Job, Hunger, zu wenig Schlaf, zu viel Alkohol konsumiert. Nicht selten wird die Schuld auch auf die Opfer selbst projiziert: "Du provozierst mich". Einige Frauen und Männer sind auch der Überzeugung, dass Gewalt rechtmäßig ist. Es muss allerdings klar sein, dass es für häusliche Gewalt keinerlei Rechtfertigung geben kann.

Nicht selten erscheinen die Täter/innen nach außen hin als eher unauffällig, verfügen über wenig Selbstbewusstsein und versuchen mittels Gewaltanwendung und Drohungen die Partnerin oder den Partner an sich zu binden und zu dominieren. Begleitet werden sie zumeist von großer Angst, die Partnerin oder den Partner verlieren zu können. Ein großer Teil der Täterinnen und Täter fühlt sich als Versager und leidet selbst unter der von ihm ausgeübten Gewalt. Sie sind jedoch oft nicht dazu bereit, Hilfe und Unterstützung von außen in Anspruch zu nehmen, da dies für sie eine zusätzliche Niederlage bedeuten würde.

Die Gründe, weshalb die Opfer dennoch bei den Tätern bleiben und auf professionellen Beistand verzichten, sind vielfältig. In vielen Fällen wird auf die leeren Versprechungen vertraut, wonach häusliche Gewalt in Zukunft unterbleiben wird. Andere wünschen sich insbesondere, dass ihre Kinder in einer vollständigen Familie aufwachsen und verlassen die Partnerin/ den Partner daher nicht. Hinzu kommt für manche die Befürchtung, das Aufenthaltsrecht verlieren zu können.

Nichts zu tun ist keine Lösung!

Das Gewaltschutzgesetz verbietet jegliche Form von häuslicher Gewalt und bezweckt den Schutz der Opfer. Seit 1997 wird auch die sexuelle Nötigung in der Ehe offiziell unter Strafe gestellt. Dennoch kommen viele Fälle nicht zur Anzeige. Viele Frauen und Männer trauen sich nicht, über das zu sprechen, was ihnen angetan wurde und verzichten so auf Unterstützung und Hilfe. Doch dies ist der falsche Weg, zumal häusliche Gewalt zumeist ausgelaugte Opfer hinterlässt, die in der Regel aus eigener Kraft nicht mehr aus dem Teufelskreis herausfinden. Immer wieder wird dabei die Schuld auf das Opfer abgewälzt. Schenken Sie solchen Aussagen keinen Glauben, zumal nichts die Anwendung von Gewalt in Partnerschaft und Ehe rechtfertigt. Auch mit Blick auf die Kinder sollte auf Unterstützung und Beistand von außen nicht verzichtet werden. Denn die Gewalterfahrung stellt für sie ein äußerst traumatisches Erlebnis dar, welches massive Auswirkungen auf ihre schulischen Leistungen, ihr Verhalten sowie ihre psychische Entwicklung haben kann.

Informationen zur Scheidung allgemein und zu einer möglichen Beschleunigung im Härtefall finden Sie unter www.scheidung.org.

Mit professioneller Unterstützung und Beistand zurück ins Leben!

Sind auch Sie Opfer von häuslicher Gewalt geworden? Empfinden Sie Ihre Situation als ausweglos oder fühlen Sie sich oftmals hilflos und allein? Machen Sie Schluss damit und setzen Sie Demütigungen und Gewalt ein Ende. Schließlich haben auch Sie ein Recht auf Unversehrtheit und Selbstbestimmung. Kehren Sie zurück ins Leben und wenden Sie an regionale Beratungsstellen, Frauenhäuser sowie entsprechenden Einrichtungen für Männer oder gehen sie zur Polizei. Professionellen Beistand in Ihrer Nähe, der Ihnen Hilfe und Unterstützung bietet, finden Sie auf dieser Seite, odabs.org. Die zahlreichen Beratungsstellen konnten bereits sehr vielen Betroffenen von häuslicher Gewalt zurück ins Leben verhelfen und einen vielversprechenden Ausweg aufzeigen.

Stalking

Der Begriff „Stalking“ leitet sich vom englischen Verb „to stalk“ ab, was übersetzt so viel wie „sich anschleichen“ bedeutet. Heutzutage wird darunter das wiederholte und beabsichtigte Belästigen und Verfolgen einer Person verstanden, sodass sie in ihrer Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt und deren Sicherheit bedroht wird.

Welche Tatbestände fallen unter Stalking?

Der Gesetzgeber hat die Risiken im Zusammenhang mit Stalking erkannt und im Jahr 2007 den Nachstellungs-Paragraphen (§ 238 StGB) in das Strafgesetzbuch aufgenommen und zwischenzeitlich verschärft. Stalking ist demnach ganz klar eine Straftat. Für Nachstellung drohen Geld- und Freiheitsstrafen. Ferner kann es zu einer einstweiligen Anordnung kommen, die es der Peinigerin oder dem Peiniger untersagt, sich dem Opfer zu nähern.

Aber Stalking hat zahlreiche Gesichter, denn der Eingriff in die Privatsphäre kann sich auf vielerlei Arten äußern. Somit können auch andere Paragraphen Anwendung finden wie Nötigung, Bedrohung, Verleumdung, Beleidigung, Falschbeschuldigung oder Sachbeschädigung.

Wie kann Stalking aussehen?

Nicht nur Frauen, auch Männer können von dieser Straftat betroffen sein. Stalking ist ein ernst zu nehmendes Problem.
Unter Stalking fallen verschiedene Handlungen und unterschiedliches Verhalten. Zum Beispiel äußert es sich in:

  • Belagern, ständiger Gegenwart der Person
  • Auflauern, beispielsweise vor der Wohnung, dem Supermarkt, dem Arbeitsplatz, der Schule, der Wohnung oder im Lieblingscafé
  • Verfolgen
  • Beleidigen
  • Warenbestellungen im Namen der Opfer (z.B. Identitätsdiebstahl)
  • Lügen über die Opfer erzählen etwa gegenüber Kollegen und Arbeitgebern
  • Ausfragen und Belästigen des Bekanntenkreises
  • unerwünschte Geschenke, Blumen, Liebesbriefe
  • E-Mails, Nachrichten auf dem Anrufbeantworter, SMS-Mitteilungen, What’s App Nachrichten oder Telefonanrufe zu allen Tages- und Nachtzeiten

Zahlreiche Stalkingopfer reagieren zunächst auf die Kontaktversuche der späteren Täterinnen oder Täter. In der Regel fängt die Kontaktaufnahme auch unauffällig an. So kann sich diese in ein oder zwei SMS oder What’s App Nachrichten am Tag oder auch Mails und Anrufen äußern. Die späteren Opfer antworten anfänglich oder nehmen Treffen war. Wenn ihnen der Kontakt zu viel wird, weisen sie zunächst darauf hin. Hierdurch hoffen sie, die Situation entschärfen zu können. Dies hat jedoch keine Auswirkungen. Im Gegenteil können sich die Täterinnen und Täter dadurch sogar bestätigt und motiviert fühlen. Stalkerinnen und Stalkern nehmen jede Möglichkeit wahr, um mit dem Opfer in Kontakt zu treten. Die Kontaktversuche werden immer exzessiver. Opfer werden regelrecht mit Nachrichten, Drohungen oder teilwiese auch mit vermeintlichen Liebesbekundungen bombardiert. Dazu gehören auch Auflauern, Belagern, Verfolgen - und dies zumeist intensiv und über lange Zeiträume hinweg. Immer wieder wird die Nähe zum Stalkingopfer gesucht. Einige Stalkerinnen und Stalker belästigen sogar Freunde und Familienangehörige. Erhält die Täterin oder der Täter nicht das Erhoffte, kann die Situation eskalieren und zu einer Verletzung des Opfers oder seiner Angehörigen führen.

Mögliche Ursachen

In ihre missliche Lage gelangen die Opfer häufig im Zusammenhang mit der Beendigung einer Beziehung. So handelt es sich in etwa der Hälfte aller Fälle von Nachstellung bei der Stalkerin oder dem Stalker um die Ex-Partnerin bzw. den Ex-Partner. Aufgrund der Trennung fühlt diese/r sich zurückgewiesen. Dabei wird das Ziel verfolgt sich zu rächen oder die Person zurückzugewinnen. Aber hinter Stalkerinnen und Stalkern können sich auch weitere ganz verschiedene Personen verbergen: Nachbarinnen und Nachbarn, Kolleginnen oder Kollegen, Freundinnen oder Freunde und auch gänzlich unbekannte Personen. Dabei glauben sie häufig, eine besondere Beziehung zu dem Opfer zu haben und dass dies auch auf Gegenseitigkeit beruht. Situationen und Gefühle werden falsch interpretiert und Zurückweisung wird nicht akzeptiert. Dabei werden die Opfer bedroht und belästigt und ihnen wird nachspioniert und aufgelauert. Diese Verhaltensweisen bedrängen das Opfer und das führt zu erheblichen Einschränkungen bei der Lebensführung aufgrund von Angst.

Nichts zu tun ist keine Lösung

Typisch für Stalkerinnen oder Stalker ist, dass sie die Grenzen der Opfer überschreiten. Dabei kann der Psychoterror ohne fachkundige Hilfe erhebliche Folgen mit sich ziehen. Nicht selten leiden die Opfer unter psychischen Erkrankungen, beispielsweise unter Panikattacken, Angststörungen und Depressionen. Ferner können mit der Opferwerdung Magen- oder Kopfschmerzen aber auch Schlafprobleme einhergehen.

Holen Sie sich erfahrenen Beistand und Unterstützung. Auf odabs.org werden Ihnen zahlreiche Beratungsstellen vorgestellt, die mit der Straftat und deren Folgen bestens vertraut sind. Zahlreiche Organisationen bieten im Falle einer solchen Straftat versierte Hilfe an. Nutzen Sie das Portal odabs.org und finden Sie eine ortsnahe Beratungsstelle, die Ihnen die erforderliche Hilfe sowie Beistand bietet und Ihnen zurück ins Leben verhilft.