Unabhängig vom OEG gibt es einige Stiftungen, Fonds und Vereine, die finanzielle Hilfe für Betroffene von Straftaten gewähren. Die meisten davon beziehen sich auf bestimmte Opfergruppen oder bestimmte Regionen. So gibt es Fonds die Leistungen für bestimmte Opfergruppen erbringen, die noch heute Beeinträchtigungen haben bzw. an den Folgewirkungen leiden.

Allgemein

Einige Bundesländer verfügen über Stiftungen, die ergänzende finanzielle Zuwendungen an von Gewalttaten betroffene Personen leisten können.

Baden-Württemberg

Bayern

Niedersachsen

Rheinland-Pfalz

Schleswig-Holstein

Der Weiße Ring e.V. gibt, neben der Beratung, Hilfeschecks aus, die eine kostenlose Erstberatung bei einem Anwalt oder einer Anwältin sowie einem Psychologen oder einer Psychologin ebenso wie eine rechtsmedizinische Untersuchung ermöglichen. Auch finanzielle Unterstützung im Falle von tatbedingten (wirtschaftlichen) Notlagen können von dort gedeckt werden.

Ein weiteres Angebot ist die Kölner Opferhilfe, ein Verein, der ebenfalls finanzielle Unterstützung – speziell für Personen aus Köln – bietet.

Sexueller Missbrauch

Betroffene von sexuellem Missbrauch im familiären oder institutionellen Bereich haben die Möglichkeit, sich an den Fonds sexueller Missbrauch wenden.

Behindertenhilfe und Psychiatrie

Personen, die als Kinder und Jugendliche in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe bzw. der Psychiatrie Leid und Unrecht erfahren haben, können sich an die Stiftung Anerkennung und Hilfe wenden, die seit dem 1. Januar 2017 besteht.

Bis zum 31. Dezember 2019 können sich Betroffene für eine individuelle Beratung sowie für Anerkennungs- und Unterstützungsleistungen anmelden.

Heimerziehung

Für Personen, denen durch eine Heimunterbringung in den Jahren 1949 bis 1975 Unrecht und Leid zugefügt wurde, konnten betroffene ehemalige Heimkinder Ansprüche beim Fonds Heimerziehung anmelden.

Zum  31. Dezember 2018 hat der Fonds seine Arbeit eingestellt. Zu diesem Termin endete gemäß § 10 Absatz 1 der Satzung seine Laufzeit. Die Möglichkeit, finanzielle Leistungen aus dem Fonds in Anspruch zu nehmen, ist damit beendet.

In einigen Bundesländern stehen aber weiterhin Beratungsangebote für ehemalige Heimkinder zur Verfügung.

Extremistische Straftaten und terroristische Anschläge

Opfer von extremistischen Übergriffen bzw. terroristischen Straftaten oder ihre hinterbliebenen Angehörigen haben die Möglichkeit, finanzielle Hilfen zu erlangen. Hierzu müssen Härteleistungen für Opfer extremistischer Übergriffe oder für Opfer terroristischer Straftaten beim Bundesamt der Justiz beantragt werden.

Antragsberechtigt sind Personen, die durch extremistische oder terroristische Gewalttaten an ihrem Körper oder in ihrem allgemeinen Persönlichkeitsrecht verletzt worden sind. Zahlungen können also auch bei Beleidigungen oder Bedrohungen einer Person erfolgen. Bei bloßen Sachschäden ist eine Zahlung allerdings nicht möglich. Antragsberechtigt sind auch Hinterbliebene und sogenannte Nothelfer.

Opfer und Hinterbliebene von terroristischen Anschlägen im Inland können sich an den Beauftragten der Bundesregierung wenden, der zentraler Ansprechpartner für alle Anliegen der Betroffenen von terroristischen inländischen Straftaten ist.

Allgemein

Sexueller Missbrauch

Behindertenhilfe und Psychiatrie

Heimerziehung

Extremistische Straftaten und terroristische Anschläge

Weitere Informationen

Wer Opfer einer Gewalttat geworden ist, durch die er Schaden erlitten hat, kann möglicherweise durch das Opferentschädigungsgesetz staatliche Leistungen erhalten. Details finden Sie hier.